Gundstücksmarktbericht für Bremen 2014

Die Verkaufspreise für neu gebaute Eigentumswohnungen in Bremen sind offenbar an einem Limit angekommen. Nun starten die gebrauchten Immobilien zur Aufholjagd und verzeichnen Preissteigerungen wie schon seit Jahren nicht mehr. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2015 hervor, der eine weiterhin hohe Nachfrage nach Häusern und Wohnungen in der Stadt Bremen dokumentiert. Allerdings wird kein neuer Rekord verzeichnet, sondern ein leichter Rückgang von Käufen.

Der Durchschnittspreis einer neu gebauten Eigentumswohnung betrug laut Bericht 3265 Euro pro Quadratmeter, der Preis fiel damit um sechs Prozent gegenüber dem Jahr davor. Der Mittelwert ist allerdings trügerisch, denn die Spanne zwischen den bevorzugten und den weniger attraktiven Ortslagen ist beträchtlich.
In der Bahnhofsvorstadt kamen Neubauten an der Contrescarpe auf einen Quadratmeterpreis von 5085 Euro, in Schwachhausen waren es im Durchschnitt 3880 und in der Überseestadt 3615 Euro. Auch das historische Vegesack hält
wieder mit: Dort wurden 3810 Euro pro Quadratmeter für neue Wohnungen mit Weserblick gezahlt. Am unteren Ende der Preisskala befindet sich der Bremer Süden (links der Weser) mit 2405 Euro, gefolgt vom Südosten von Hemelingen bis Osterholz mit 2630 Euro.

Verkaufte gebrauchte Wohnungen waren im Schnitt etwa 70 Quadratmeter groß und kosteten 93 000 Euro. Der mittlere Quadratmeterpreis stieg somit binnen Jahresfrist um 9,5 Prozent auf 1295 Euro. „In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Preis bereits um rund 400 Euro pro Quadratmeter erhöht“, verdeutlicht Dautert die dynamische Entwicklung. Je nach Stadtteil falle der Preisanstieg unterschiedlich aus.
Auffällig sei jedoch, dass inzwischen das Preisniveau in den Stadtteilen des Bremer Südens und im Südosten nahezu identisch sei. Früher war das Wohnen im Südosten Bremens meist billiger. Die preisliche Annäherung treffe auch für die Stadtlagen West und Nord zu, die das unterste Preissegment repräsentieren. „Aber inzwischen differenzieren sich die Preise auch innerhalb der einzelnen Stadtteile stark aus, wie das Beispiel ‚historisches Vegesack’ zeigt“, erläutert Dautert.

Allein 975 gebrauchte und 169 neu errichtete Reihenhäuser wurden 2014 verkauft. In den bevorzugten Wohnlagen wie Oberneuland oder Lesum kostete ein neues Reihenhaus knapp 300 000 Euro, in anderen Quartieren war es für knapp 200.000 Euro zu haben. Der Durchschnittspreis bei gebrauchten Reihenhäusern kletterte um 6,4 Prozent auf 168.000 Euro. In Schwachhausen wurden 49 Alt-Reihenhäuser zum mittleren Preis von 455.000 Euro verkauft. In der Östlichen Vorstadt wurden dafür im Durchschnitt 291.000 Euro bezahlt, in Findorff 211.000 und in der Alten Neustadt 187.000 Euro. Im Bremer Süden und im Südosten wechselten Reihenhäuser der Baujahre 1970 bis 1990 für circa 150.000 Euro den Besitzer. Gebrauchte Doppelhaushälften verteuerten sich um 4,7 Prozent auf 160.000 Euro. Bei frei stehenden Häusern aus dem Bestand dagegen sank der mittlere Preis leicht um 1,7 Prozent auf 238.000 Euro.

Quelle: Weser Kurier vom 24.07.2015